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Flöhe halten keinen Winterschlaf!
Der Flohbefall im Jahresverlauf
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| Dr. Rolf Spangenberg |
Das ist bekannt, Flöhe lieben es kuschelig warm! Deshalb plagen sie unsere Heimtiere im Sommer und gehen dann zuweilen auch auf ein Schlückchen Blut an deren Halter. Aber im Winter, wenn es so richtig kalt ist, da halten sie sich doch hoffentlich zurück und warten auf bessere, also wärmere Zeiten? Diese Überlegungen sind grundsätzlich richtig – und trotzdem, auch der Winter lässt die flinken Hüpfer bei uns nicht ruhen.
Richtig ist, die Lebensenergie der Flöhe, ihr Appetit auf Blut und Fortpflanzung sinkt bei niedrigen Temperaturen. Doch leben unsere Hunde und Katzen schließlich nicht mehr draußen, sondern ganzjährig in Wohnungen. Und diese menschlichen Behausungen sind glücklicherweise immer angenehm temperiert; im Sommer sowieso, doch im Winter natürlich ebenfalls. Davon profitieren wir, unsere Heimtiere, doch letztendlich auch deren Parasiten, von denen die Flöhe wohl die bekanntesten sind.
Das ganze Jahr ist Flohsaison!
Daran ist nicht zu zweifeln, wie die vielen winterlichen Flöhe mit ihren ungebremsten Aktivitäten an Tier und Mensch beweisen. Das lässt sich auch in Zahlen ausdrücken, nachdem die exakten Ergebnisse einer Studie der Firma MERIAL (durchgeführt von ZeckLab Dr. Liebisch, Burgwedel) vorliegen, die in verschiedenen deutschen Kleintierpraxen durchgeführt wurden. Diese Untersuchungen liefen in der Zeit vom 4. Januar bis 15. März 1999 bei Außentemperaturen von + 4 bis + 10 Grad Celsius. Einbezogen war die stattliche Anzahl von 377 Hunden und 356 Katzen.
Immerhin litten 90 dieser Katzen (= 25,2 %) und 40 Hunde (= 9,8 %) unter Flohbefall. Bei den Tieren ohne sichtbaren Flohbefall konnte darüber hinaus bei 8,3 % der Hunde und bei 21,9 % der Katzen Flohkot nachgewiesen werden. Auch diese Tiere wurden also von den Plagegeistern belästigt ! Selbst im Winter werden also 47,1 % der Katzen und 18,1 % der Hunde von den blutsaugenden und krankheitsübertragenden Hüpfern geplagt. Grund genug, unsere Heimtiere und uns vor diesen unangenehmen und gefährlichen Lästlingen zu schützen!
Bei Katzen und Hunden waren es überwiegend
Katzenflöhe, die sich bekanntlich nicht nur auf Katzen beschränken,
sondern ungeniert auch an Hunde oder Menschen gehen. Die Ergebnisse einer
vergleichbaren Studie in England* fielen entsprechend aus: Bei Katzen fand
man dort in 18,3 bis 26
% der Fälle Flöhe, bei Hunden in 4,7 bis 19,3 %.
Das kann ein verantwortungsvoller Tierhalter nicht hinnehmen, denn schließlich sind Flöhe nicht nur unangenehme Plagegeister, sie saugen auch Blut, verursachen häufiger Flohekzeme und können eine Vielzahl von Infektionen sowie Bandwürmer übertragen – nicht davon zu reden, dass sie nicht vor Menschen zurückschrecken und Wohnungen regelrecht verseuchen. Und unter uns – von Flöhen befallene Heimtiere sind nicht gerade gut für das Prestige der Halter.....
Wie geht man mit Flöhen um?
Ökologisch ausgerichtete Menschen mit einem ausgeprägten Jagdtrieb werden die spannende Einzeljagd bevorzugen: Die Flöhe kämmt man mit einem Spezialkamm aus oder verfolgt die Krabbler und Hüpfer mit den Fingern. An ein Stück Klebefilm fixiert gehen sie dann den Weg alles Irdischen. Diese Jagd endet nie, denn natürlich erhascht selbst der geschickteste Jäger nicht alle Flöhe. Bei Tieren mit dunklem Fell werden auch scharfe Augen kapitulieren müssen.
Fazit: Macht Spaß, ist aber wenig effektiv!
Also muss ein Flohpräparat her! Da gibt es überlieferte Rezepte, wie Knoblauch, ätherische Öle oder gar Essigwasser. Diese Substanzen irritieren Hund und Katze, sind aber so gut verträglich, dass auch die Flöhe sie problemlos vertragen.
Fazit: Gut gemeint, jedoch praktisch wirkungslos!
Akzeptabel sind heutzutage nur noch die modernen, ausgezeichnet verträglichen Präparate mit langer Wirkungsdauer, die Sie beim Tierarzt erhalten. Sie schaden weder Hund noch Katze, auch nicht Welpen und tragenden Muttertieren, töten die Flöhe aber zuverlässig ab. Genannt sei das bekannte Frontline(, Wirkstoff Fipronil, z. B. in Form der Spot-on Lösung zum Auftragen zwischen die Schulterblätter.
Dank der langen Wirkungsdauer des Frontline( bedeutet dies, dass Hunde und Katzen schlicht und einfach im monatlichen Abstand zu behandeln sind. Und dass auch Zecken diese Kur überhaupt nicht schätzen, ist gewiss ein weiterer Vorteil!
* Penaliggon, J., Shaw S.E., Gautier P. “Winter Prevalence of Flea Infestation and Flea Allergy Dermatitis in Cats and Dogs in Great Britain and Ireland” Proceedings
14th Annual Congress ESVD-ECVD 1997.
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